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St. Michael´s

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Geschichte des Hauses

Von 1898 bis 1908 erbaute der kaiserliche Hofbaurat Ernst von Ihne für den Bankier Franz von Mendelssohn (ein Großneffe von Felix Mendelssohn-Bartholdy) an der Ecke Bismarckallee/Herthastraße ein aufwendiges Palais im englischen Landhausstil. Es war eine „Kopie“ des Schlosses Kronberg im Taunus und dem Schloß Cecilienhof in Potsdam sehr ähnlich.

Robert von Mendelssohn, der Berliner Bankier und Kunstliebhaber, wurde 1902 hier geboren. Sein Vater, Franz von Mendelssohn, späterer Präsident der Berliner Industrie- und Handelskammer, schuf eine Atmosphäre gelebter Toleranz und Nächstenliebe.

In seinem Palais verkehrten Wilhelm II. ebenso wie Max Planck oder Albert Einstein, der hier im heutigen Salon Mendelssohn musizierte.

Robert übernahm 1935 nach dem Tod des Vaters das 1795 gegründete Bankhaus. 1938 verlangten die Nazis die so genannte „Arisierung“ der Bank, was eine vornehme Umschreibung für Diebstahl war. Die Mendelssohns lösten daraufhin das Bankhaus auf, die Deutsche Bank übernahm Angestellte und Geschäftskonten. Roberts „nichtarische“ Mutter musste 1943 nach Schweden flüchten.

Nach dem Krieg zog Robert von Mendelssohn mit seiner ersten Frau und seiner Tochter in die Nähe von Stuttgart. Von 1972 bis zu seinem Tode im Jahre 1996 lebte er wieder in seiner Geburtsstadt. Sein Geburtshaus hatte inzwischen eine leidvolle Geschichte hinter sich: es diente der Naziprominenz als Gästehaus, im Verlauf des Krieges installierte die Gestapo in dem Gebäude eine Telefon-Abhörzentrale für den Bereich des Grunewaldes. 1943 wurde es von alliierten Bomben getroffen und brannte teilweise aus. Notdürftig zusammengeflickt, diente das ehemalige Palais seit 1946 der britischen Besatzungsmacht als Schule für 260 Kinder, die heutige Kirche war Aula, der heutige Kinosaal war Turnhalle. Als die Engländer einen Neubau in Charlottenburg bezogen, stand das Gelände zur Rückgabe an die Mendelssohnschen Erben an, die nun in aller Welt verstreut lebten. Diese erkannten in der Halbruine nicht mehr das einstmals so gepflegte Anwesen wieder, mit dem sie so schöne Kindheits- und Jugenderinnerungen verbanden - sie boten Haus und Grundstück zum Verkauf an.

So konnte das Johannische Aufbauwerk, das heutige Johannische Sozialwerk e.V., das Anwesen im Jahre 1957 erwerben und gab dem Haus den Namen St.-Michaels-Heim. In den Jahren 1963 - 1967 wurde es unter Leitung des Architekten Hans-Georg Heinrich und durch den Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helfer wieder auf- und umgebaut.